Ich halte euch eine Predigt, so wie Ich sie gerne von einem Priester hören würde, der wahrhaftig ein „Sämann“ ist:
Meine lieben Brüder,
Heute werde Ich zu euch über Gott sprechen. Wer Er ist, was Er tut und warum wir Ihn mehr als alles andere lieben sollten!
Gott ist in erster Linie eine Liebe, die so außergewöhnlich ist, dass Er beschlossen hat, die Menschheit zu erschaffen, damit sie Ihn erkennen und lieben kann; diese Liebe ist ein Austausch zwischen Gott und der Menschheit – Er zieht alle Dinge zu sich. Aber was ist diese Liebe?
Diese Liebe ist überreich; das bedeutet, dass sie den Menschen erfüllt, der ihr Gegenstand ist. Möchte die Menschheit – und jeder einzelne Mensch im Besonderen – nicht reich sein? Ja, natürlich möchte sie das. Dann soll sie sich doch an Mich wenden; diese Liebe ist so liebevoll! Möchte ein Mensch nicht geliebt werden? Ja, natürlich – geliebt zu werden ist tröstlich, es ist süß, es ist bereichernd; geliebt zu werden macht glücklich und unbeschwert, und es regt auch zur Gegenseitigkeit an.
Lieben macht liebenswert, und wenn man wirklich liebt, möchte man geben – von sich selbst geben, dienlich sein, sich ganz hingeben. Man denkt nicht mehr an sich selbst; wir denken an den oder die, die wir lieben; wir dienen ihnen, damit es ihnen an nichts fehlt, damit sie im Leben vorankommen, damit sie gute Lebensumstände und gute Beziehungen haben und damit sie wiederum das weitergeben, was sie empfangen haben, damit auch sie zu Kanälen werden, durch die das Gute zu anderen fließt und diese wiederum bereichert, und so weiter.
Liebe ist nicht egoistisch; Liebe ist nicht rachsüchtig – ganz im Gegenteil. Sie gibt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten; sie gibt großzügig und so viel sie kann, und findet ihren Lohn in der Verbreitung des Guten, das sie gegeben hat.
So ist die Göttliche Liebe: Sie bereichert, sie breitet sich aus, sie versiegt nie. Wenn sie zu versiegen scheint, dann deshalb, weil sie nicht empfangen und daher nicht weitergegeben wird.
Meine Brüder, ihr glaubt oft, Gott nicht zu kennen, doch um zu lieben, muss man ihn kennen. Ich habe Mich euch offenbart, indem Ich auf Erden geboren wurde und euch lehrte, und alle, die Mir zuhörten, liebten Mich. Diejenigen, die Mich nicht hörten – weil sie von ihrem Stolz und ihrer Eifersucht besessen waren, als sie sahen, wie Ich ihre Herzen eroberte –, diese Menschen unterbrachen den Kreislauf der Liebe, und Ich konnte nicht unter ihnen verweilen. Die Menschenmengen folgten Mir; die Liebe und die Lehren, die Ich ihnen gab, faszinierten sie, und sie gaben ihrerseits die Liebe weiter, die sie empfangen hatten.
So entstand das Christentum, abgeleitet vom griechischen Namen „Christus“, was „der Gesalbte“ bedeutet. Das Christentum – und genauer gesagt das katholische Christentum, was „universell“ bedeutet – ist daher die Bewegung, die die Jünger des Gesalbten Gottes vereint, dessen Gott Wohlgefallen gefunden hat und der euch gebietet, auf Ihn zu hören (Mt 17,5).
Ja, Gehorsam entspringt unmittelbar der Liebe. Wenn wir lieben, gehorchen wir dem, den wir lieben, weil wir ihn bewundern; wir möchten ihm gefallen, und seine Wünsche sind Gebote für den, der liebt. Gehorsam entspringt der Liebe und findet sich in seiner ganzen Fülle in allen Tugenden wieder. Gott will, und ihr gehorcht Ihm. Das ist die Frucht der Liebe, die ihr für Gott haben solltet, von dem ihr alles bezieht, was ihr seid, alles, was ihr habt, und alles, was ihr liebt. Er hat euch ein Gesetz gegeben – die Zehn Gebote –, von denen jedes aus zwei Zeilen besteht. Diese Gebote passen somit in 20 Zeilen, und darin ist alles gesagt. Sie sind nicht schwer zu merken, und wenn ihr euch gewissenhaft an sie haltet, werdet ihr die Christliche Vollkommenheit erlangen.
Gott möchte, dass ihr wie Er seid, damit Er euch auf ewig bei sich im Himmel haben kann. Wie der Vater, so der Sohn. Er möchte euch an Seiner Göttlichkeit teilhaben lassen, und durch die Taufe macht Er euch zu „Kindern Gottes“. Er gießt die Gaben Seines Heiligen Geistes über euch aus, um euch zu sich zu erheben, euch Ihm ähnlich zu machen, und aus Liebe zu Ihm nehmt ihr alles von Ihm an. Indem ihr Seinen Willen für euch annehmt, beweist ihr eure Liebe zu Ihm, und Er möchte euch aus Liebe zu euch für immer nach Seinem Bild und Gleichnis, nahe bei Sich haben.
Die Liebe gibt und gibt von sich selbst, und ihr, Seine Geschöpfe, werdet euch Ihm hingeben, wenn ihr Ihn liebt – indem ihr Ihm aus Liebe gehorcht und euch im Gegenzug aus Liebe zu Ihm Seinen Geschöpfen hingebt, denn Er hat sie erschaffen und wünscht sich ihr Wohl ebenso, wie Er euer Wohl wünscht – euer ganz persönliches. Und das ist die Nächstenliebe, jene theologische Tugend, die von Gott kommt und zu Gott zurückkehrt und die sowohl auf Erden als auch in der Ewigkeit des Himmels ausgeübt wird.
Die Nächstenliebe ist die größte aller Tugenden, weil sie Gott zum Gegenstand hat und weil sie sowohl auf Erden als auch im Himmel ausgeübt wird, während Glaube und Hoffnung im Himmel nicht mehr existieren: Im Himmel glaubt man nicht mehr, sondern weiß; im Himmel hofft man nicht mehr, sondern besitzt. Übt die Nächstenliebe, Meine Brüder, denn sie ist groß in den Augen Gottes; sie erhebt euch zu Ihm; sie macht euch Ihm ähnlich, denn Gott wird nie müde, euch Gutes zu tun.
Hier auch, in wenigen Worten, liegt das Wesentliche eurer Religion, die sicherlich eine Religion der Liebe ist, vor allem aber eine Religion der Selbsthingabe.
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes †. Amen.
Euer Herr und euer Gott
Quelle: ➥ SrBeghe.blog